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Rönsahler Dorfpaten unterstützen den Stöbertag der Grundschulen

Neues Auswahlsystem für den Stöbertag – Dorfpaten Rönsahl kooperieren mit städtischer Jugendarbeit

Den Bleistift gegen die Baggerschaufel tauschen, dem Kfz-Meister über die Schulter schauen oder erste Luft in der Stadtverwaltung schnuppern: In Kierspe steht für die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen ein echtes Highlight auf dem Stundenplan. Beim bevorstehenden Stöbertag am 23.Juni 2026 verlassen ungefähr 200 Kinder flächendeckend die Grundschulen, um die lokale Arbeitswelt zu erkunden. Über 60 Unternehmen, Handwerksbetriebe, Einzelhändler und soziale Einrichtungen i25m Stadtgebiet haben dafür ihre Türen geöffnet.

Dass dieses logistische Großprojekt in diesem Jahr so fair, reibungslos und digital wie nie zuvor über die Bühne geht, ist einer glücklichen Fügung und den Dorfpaten Rönsahl zu verdanken. Die Organisation hinter den Kulissen war für die Verantwortlichen ein massiver und zeitlich stark bindender Aufwand. Die bisher eingesetzte Software stieß bei der Verteilung der Kinder und der Routenplanung an ihre Grenzen. Das größte Problem: die mangelnde Gerechtigkeit. Bei der alten Vergabe galt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Das Team von der städtischen Jugendarbeit mussten die Plätze danach mühsam Manuel umverteilen. Auch alle weiteren Planungen wie Betreuer, Fahrzeuge und Strecken waren mit dem alten Programm nicht möglich und mussten auch Manuel bearbeitet werden.

Ursprünglich traf sich die Gruppe der Dorfpaten mit Vertretern der Jugendarbeit Kierspe, um über ein ganz anderes Projekt zu sprechen: die geplante Taschengeldbörse. Da diese jedoch aufgrund von rechtlichen Hürden erst zu einem späteren Zeitpunkt an den Start gehen kann, kam im Gespräch das Thema auf den Stöbertag.

Die Dorfpaten Rönsahl zögerten nicht lange: Sie boten spontan ihre Unterstützung an – und präsentierten nach kürzester Zeit eine maßgeschneiderte Softwarelösung, die alle Probleme auf einen Schlag löst. Kernstück der neuen, von Kephas Paul Gatzen (Mitglied der Dorfpaten Rönsahl) entwickelten Software ist ein mathematisches Verfahren, das 2012 sogar den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt: der Gale-Shapley- Algorithmus (auch „Deferred Acceptance“). Was eigentlich für den US- Arbeitsmarkt entwickelt wurde, sorgt nun in Kierspe für absolute Gerechtigkeit bei der Platzvergabe.

Nach der fairen Platzverteilung übernimmt die Software vollautomatisch die komplexe Routenplanung. Sie teilt die Kinder und die Betreuer strategisch auf: Ein Teil der Kinder geht zu Fuß, während ein anderer Teil zu den weiter entfernteren Orten gefahren wird. Besonders stolz sind die Entwickler darauf, dass das Programm komplett unabhängig und sicher läuft.

Es basiert auf Python und einer SQLite- Datenbank, nutzt das freie Kartenmaterial von OpenStreetMap und unterliegt der Open-Source-Lizenz (GPLv3). Für die Stadt Kierspe bedeutet das: Keine Lizenzkosten, kein Abo und keine Cloud-Abhängigkeit. Das Programm läuft plattformübergreifend direkt von einem USB-Stick. Da die Software universell einsetzbar ist, soll sie ausdrücklich kein Kiersper Geheimnis bleiben: Die Dorfpaten stellen das System unter der Open-Source- Lizenz kostenfrei zur Verfügung, sodass das Programm auch von anderen Kommunen, Städten und Schulen problemlos übernommen und für eigene Aktionstage adaptiert werden kann. „Dass wir dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Dorfpaten nun eine so hochmodern und gleichzeitig absolut faire Lösung nutzen können, ist eine enorme Erleichterung für die Vorbereitung des Stöbertags.“, freut sich das Organisationsteam.

 

 

 

Über die Dorfpaten Rönsahl:
Die Rönsahler Dorfpaten sind kein klassischer Verein – genau genommen sind sie gar kein Verein. Entstanden im Jahr 2024 aus der Organisationsgruppe für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, widmen sie sich heute kleinen und großen Projekten, um das Grenzdorf Rönsahl aktiv zu erhalten und zu fördern. Die Dorfpaten verstehen sich dabei als gut vernetzte Mittler und Macher im Dorf. Ihr Ziel ist es, Vereine, Gewerbetreibende, Institutionen, Organisationen, die Stadtverwaltung und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zusammenzubringen, um das Leben in Rönsahl für alle lebenswert zu gestalten.
Neue Ideen, Wünsche und Gesichter sind jederzeit willkommen – egal ob für ein einzelnes Projekt oder ein dauerhaftes Engagement.

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