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„Wahnsinns-Bedarf“: Neubau in Rönsahl ist barrierearm

Entwurf Neubau Zur Leye Rönsahl, Büro Hanses

Rönsahl. „Wir sind kurz vor der Baugenehmigung“, fasst der Meinerzhagener Architekt K. Thomas Hanses den aktuellen Stand des Bauvorhabens an der Hauptstraße 46 in Rönsahl zusammen. Auf das marode Hotel „Zur Leie“ soll ein barrierearmer Neubau mit 20 Wohnungen folgen. Die Planung verzögerte sich deutlich.

Von Laura Ruthmann/Lokaldirekt

In zwei Gebäuden sollen rund 1300 Quadratmeter reine Wohnfläche mit Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen. Darunter sind großräumige Tiefgaragen geplant. Zwei Aufzüge verbinden die Tiefgaragen mit den Wohnfluren. Außerdem seien alle Eingänge und Balkone barrierearm, erklärt Hanses. Zu jeder Wohnung ist ein Balkon geplant. „So kommt man von unten hindernisfrei in die Wohnung und kann sich innerhalb der Wohnung sicher auf ebenmäßigen Grund bewegen. Das heißt, ein Rollstuhlfahrer kann selbstständig duschen. Und die Türen sind so breit, dass man mit einem Rollstuhl durchkommt.“ Zwar handle es sich bei dem Neubau nicht um eine Pflegeeinrichtung, aber auf Nachfrage ließe sich betreutes Wohnen einrichten, so der Architekt.

Die Genehmigungsbehörde ziehe die Baupläne in die Länge, so Hanses gegenüber LokalDirekt. Ursprünglich waren die Abrissarbeiten für das seit 20 Jahren leerstehende Hotel für April 2022 geplant, nachdem das verfallene Gebäude am 2. September 2021 durch das Amtsgericht Meinerzhagen zwangsversteigert wurde – LokalDirekt berichtete.

Hanses war dabei, als das Hotel unter den Hammer kam. „Die Stadt Kierspe hat mich informiert, dass das Hotel versteigert werden soll, da ich Investoren habe, die solche Projekte suchen“, erinnert sich Hanses. „Bei dem Versteigerungstermin war ein großer Bedarf zu spüren. Investoren aus Wuppertal und Düsseldorf haben mit gesteigert. Die zentrale Lage des Grundstücks machte den Erwerb so attraktiv. Das Hotel selbst kann man nur noch abreißen. Dazu gehört auch die Trennmauer, die dort noch steht. Zukünftig wird dort eine Verbindung zwischen den beiden neuen Gebäuden sein.“

Für 104.000 Euro ging der Zuschlag schließlich an einen Investor aus Bergisch-Gladbach, der anonym bleiben möchte. So viel verrät Hanses: Der Besitzer habe bereits einige Wohnungen im Volmegebiet erworben.

„Wahnsinns-Bedarf an barrierearmem Wohnen“

Es gebe einen „Wahnsinns-Bedarf an barrierearmen Wohnen“, so Hanses, denn in Rönsahl sei solcher Wohnraum nicht verfügbar und auch die Verortung zwischen den „zwei interessanten Zielorten Kierspe und Wipperfürth“ mache die Lage für Bewohner attraktiv. „Es ist schon vorgekommen, dass wir bei Baustellenbesichtigungen von Passanten angesprochen wurden, ob sie eine Wohnung mieten oder kaufen können – obwohl noch gar nichts da ist“, bringt Hanses die hohe Nachfrage auf den Punkt.

Hinzu würden die hohen Wohnkosten in den nahe gelegenen Großstädten kommen, die die hohe Nachfrage erklären könnten: „Die Kinder einiger meiner Bekannten wohnen in Köln. Durch die aktuellen Preisexplosionen ziehen einige wieder zurück aufs Land“, berichtet Hanses. „Hier sind die Preise moderater. Wir deckeln die Preise zudem, indem wir die einzelnen Wohnungen nicht zu groß ziehen.“

Stolpersteine auf dem Weg zum Neubau

Neben dem Gewinn, ein Grundstück in günstiger Lage für den hohen Bedarf an barrierearmem Wohnen zu finden, gebe es einige Herausforderungen, berichtet Hanses.

Der Abriss müsse umfassend geplant werden: „Das fängt bei der korrekten Müllentsorgung des abgerissenen Hotels an und endet bei den Sicherheitsmaßnahmen, die bei einem Abbruch direkt an einer Hauptstraße getroffen werden müssen“, weiß der Meinerzhagener Architekt. „Aktuell holen wir uns Angebote für den Abriss ein.“ Für den Bau sehe es schwierig, „ordentliche Handwerker zu bekommen“ – trotz „festem Handwerkerstamm.“

Energiesparen und Lärmschutz

Um die Lage direkt an der B237 müsse sich indes keiner Sorgen machen. Verkehrslärm spiele hier keine Rolle. „Wir planen Schallschutzfenster entsprechend eines Schallgutachtens einzubauen. Dank unserer automatischen Be- und Entlüftungsanlage müssen diese zum Lüften nicht geöffnet werden“, erklärt Hanses. „Wir bauen unsere Häuser nach einem energetischen Prinzip.“

„Wir stehen in den Startlöchern“

Sobald die Baugenehmigung und die Freigabe des Bauherren vorliegen, könne mit den Arbeiten begonnen werden. „Bedanken möchte ich mich an der Stelle beim Rönsahler Ortsbürgermeister Holger Scheel und beim Kiersper Bürgermeister Olaf Stelse und seinem Planungsamt. Sie haben uns geholfen, wo sie nur können. Ich hoffe sehr, dass wir bald loslegen können. Wir stehen in den Startlöchern.“

Mit mindestens einem Jahr Bauzeit rechnet Hanses. Interessenten für die Wohnungen dürfen sich bereits beim Architektenbüro Hanses melden.

Quelle: Lokaldirekt/Laura Ruthmann

Siehe auch: https://lokaldirekt.de/news/wahnsinns-bedarf-neubau-in-roensahl-ist-barrierearm

Zeichnungen Wohnungszuschnitt Neubau Leye, Büro Hanses

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